Telefon 0271 / 3302-0

"Wenn man vermutet, dass mehrere Faktoren einen Prozess beeinflussen"

Fotografien und Plastiken von Kai Gieseler

Termin

Präsenzveranstaltung:

29.10.2021-07.01.2022, 08:00-15:30 Uhr | Foyer Bernhard-Weiss-Saal
Es ist keine Anmeldung nötig

Beschreibung

Öffnungszeiten
montags - donnerstags                                    08:00 - 16:30 Uhr
freitags                                                             08:00 - 15:30 Uhr
 

„Wenn man vermutet, dass mehrere Faktoren einen Prozess beeinflussen“

Fotografien und Plastiken von Kai Gieseler

29. Oktober 2021 bis 7. Januar 2022

Die künstlerische Aneignung ist die Entwicklung einer Bildsprache, mit der auch etwas erfahrbar gemacht wird, das nicht gesagt, beschrieben oder sichtbar gemacht werden kann. Es gibt ein Mehr, das in den vorwiegend kognitiven und visuellen Vorgängen nicht erfasst wird und ein Mehr, das mit dem zu tun hat, was uns in der Begegnung mit Menschen, Dingen und Räumen widerfährt und beeinflusst.

Kai Gieseler nutzt Ansätze, Denkweisen, Materialien und Methoden verschiedener Disziplinen und Techniken: analog und digital, konzeptionell, kontextuell und frei, als Form der Kombination oder der Verschachtelung aus Raumbild, Plastik, Malerei, Fotografie und Film, in der sich Kontexte entfalten können und sich im Erfahren und Erforschen eine im Schaffensprozess entwickelnde Kunst als Ausdrucks- und Denkform inszeniert. Die Arbeiten sind Versatzstücke aus Eigenem und Fremden, die in einem Prozess mit mehreren unbekannten Faktoren zu etwas Neuem werden. Solche Werke fordern unsere Wahrnehmung heraus. Da sie nichts Konkretes abbilden, ist der Betrachter auf die Bilder seiner Erinnerung und Phantasie zurückgeworfen, das eigene Bildarchiv und die Bilderzeugung. Rhythmen, Betonungen und Intonationen bleiben.

Kunst ermöglicht hier ein Transponieren in eine andere Tonart und eröffnet Fragen: Was sehen wir eigentlich, wenn wir Musik hören? Betrachtet man den Transfer von Dingen lediglich als einen Ortswechsel oder trägt jedes Ding nun den Ort in sich? Wie entwickelt man Fotos, die es nicht gibt? Lässt sich daraus etwas erschließen, was erlaubt, so etwas wie Unverfügbarkeit verfügbar zu machen?

Die Arbeiten sind auf der einen Seite sichtbare Oberflächen aus Formen, Farben und Materialien. Auf der anderen Seite sind sie transparente Platzhalter und Verweise auf etwas, was nicht anwesend ist. Kai Gieseler führt die Dinge einem neuen Zweck zu, dem Zweck der Narration, der Erzählung. Dabei ist eine Narration ein kommunikativer Akt, in dem eine Geschichte entfaltet wird, deren Erschließung Aufgabe eines interpretierenden Zuschauers ist. So hat jede Familie ihre Geschichten, die sich auf ihrem Weg durch die Erzähler im Prozess der Weitergabe verändern. Die Ausgangserzählung, ähnlich wie beim Spiel „Stille Post“, ist am Ende für gewöhnlich nicht wiederzuerkennen. Jedoch auch Teile einer Geschichte, die man nicht erzählt, sind Teil der Geschichte. Worte, die man nicht ausspricht, zeigen ihre Wirkung und beeinflussen Prozesse; beim Erzählen wie im Leben.

In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Siegen. Patin der Ausstellung ist Ute Bommer, Prokuristin der Maschinenfabrik Herkules GmbH & Co. KG, Siegen

Ansprechpartner zum Thema

Dr. Christine Tretow

Telefon 0271 3302-306
Telefax 0271 3302400
christine.tretow@siegen.ihk.de